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Cervicogener Schwindel


Viele Patient:innen gehen davon aus, dass ihr Schwindel direkt von der Halswirbelsäule (HWS) kommt. Diese Vorstellung ist weit verbreitet – wissenschaftlich jedoch nicht eindeutig belegt.
 

Die Bárány Society, ein internationales Fachgremium für Schwindelerkrankungen, beschreibt, dass die Halswirbelsäule keine gesicherte eigenständige Ursache für echten Schwindel darstellt

 

Was stattdessen häufig passiert

Wenn Schwindel auftritt, reagiert der Körper automatisch, um mehr Stabilität zu bekommen. Typisch sind:

  • erhöhte Spannung im Nacken

  • eingeschränkte Bewegungen

  • verstärkte Kontrolle von Kopf- und Augenbewegungen

 

Diese Reaktionen sind zunächst sinnvoll – können sich aber mit der Zeit festsetzen. Durch die anhaltende Anspannung entstehen häufig:

  • Nackenschmerzen oder Druckgefühl

  • ein steifes Gefühl im Halsbereich

  • eingeschränkte Beweglichkeit

  • zusätzliche Unsicherheit

 

Diese Symptome können den Schwindel subjektiv verstärken oder aufrechterhalten.
 

Einordnung aus therapeutischer Sicht
Schwindel entsteht in den meisten Fällen durch ein Zusammenspiel von:

  • Gleichgewichtssystem

  • visueller Wahrnehmung

  • zentraler Verarbeitung im Gehirn


Die Halswirbelsäule ist dabei oft beteiligt – jedoch reaktiv, nicht als primäre Ursache.

 

Therapieansatz
In der Behandlung geht es darum, diese Zusammenhänge zu berücksichtigen. Je nach Situation arbeite ich mit:

  • Behandlung des vorliegenden Schwindels

  • gezielter Integration von Gleichgewicht und Wahrnehmung

 

Ziel ist es, die Wechselwirkung zwischen Schwindel und muskulärer Anspannung zu reduzieren.

Kein „HWS-Schwindel“ – sondern: Reaktion der Halswirbelsäule auf Schwindel

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